{"id":420,"date":"2024-11-24T12:56:40","date_gmt":"2024-11-24T12:56:40","guid":{"rendered":"https:\/\/frauenstudienzirkel.net\/?p=420"},"modified":"2025-04-17T14:53:09","modified_gmt":"2025-04-17T14:53:09","slug":"termine-1-halbjahr-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frauenstudienzirkel.net\/?p=420","title":{"rendered":"Termine 1. Halbjahr 2025"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ort: ega \u2013 Frauen im Zentrum, Windm\u00fchlgasse 26, 1060 Wien<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wann: jeweils am Donnerstag um 18 Uhr<\/strong><\/p>\n<p><strong>23.0<\/strong><strong>1. 2025<\/strong> <strong>Goldmann, Wilhelmine: &#8222;Rote Banditen&#8220; <\/strong><strong>Geschichte einer sozialdemokratischen Familie<\/strong><br \/>\nPromedia 2023<\/p>\n<p>Wilhelmine Goldmann geh\u00f6rt zu den VertreterInnen jener Generation, die erst sehr sp\u00e4t angefangen hat, Fragen zu stellen. Die Geschichte ihrer Familie, vor allem die folgenschweren Auswirkungen des \u00f6sterreichischen B\u00fcrgerkriegsjahres 1934, blieb ihr lange verborgen. Es bedurfte m\u00fchsamer Recherchearbeit, um sie an die Oberfl\u00e4che zu holen. Das Ergebnis ist eine \u00fcber das Private hinausgehende Erz\u00e4hlung einer \u00f6sterreichischen Arbeitergeschichte. Am Beispiel ihrer Eltern macht Wilhelmine Goldmann die Entwicklung der Arbeiterklasse aus tiefem Elend zu Bildung und Wohlstand sichtbar. Ausgangspunkt ist der Industrieort Traisen im s\u00fcdlichen Nieder\u00f6sterreich.<\/p>\n<p>Den Eltern der Autorin war trotz Schulerfolgen eine h\u00f6here Bildung verschlossen. Immerhin konnte der Vater eine Lehre als Schriftsetzer abschlie\u00dfen, die Mutter erk\u00e4mpfte sich einen Platz in der Handelsschule. Schon in ihrer Jugend begannen beide, sich politisch zu engagieren. Als \u00fcberzeugte SozialdemokratInnen k\u00e4mpften sie f\u00fcr Gerechtigkeit und Bildung und verteidigten im Schicksalsjahr 1934 die demokratische Republik gegen die Dollfu\u00df-Diktatur. Nach 1945 nahm Goldmanns Vater seine politische T\u00e4tigkeit in Traisen wieder auf, engagierte sich am Wiederaufbau der Republik und wurde 1961 zum B\u00fcrgermeister von Traisen gew\u00e4hlt. Die schmerzliche Erfahrung des Jahres 1934 hat nicht nur das Leben seiner Generation gepr\u00e4gt, sie ist bis heute Konfliktstoff in der \u00f6sterreichischen Innenpolitik. Den Hass der \u201eB\u00fcrgerlichen\u201c auf die \u201eSozis\u201c hat die Autorin auch in ihrem Berufsleben versp\u00fcrt und sich immer gefragt: Wo kommt er her? Ihre Familiengeschichte ist der eindringliche Versuch einer historischen Kl\u00e4rung, der bis heute in beiden politischen Lagern ausgewichen wird, weshalb das Trauma des B\u00fcrgerkrieges immer wieder wie eine klaffende Wunde aufbricht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Autorin<\/strong><\/p>\n<p><em>Wilhelmine Goldmann<\/em>, geboren 1948 in Traisen, Studium an der Hochschule f\u00fcr Welthandel, Ausbildung zur Diplomkauffrau. Nach 20 Jahren T\u00e4tigkeit in der Arbeiterkammer Wien wirkte sie 16 Jahre lang als Managerin in F\u00fchrungspositionen der \u00d6IAG, beim Postbus und in der \u00d6BB Personenverkehr AG. Danach war sie Aufsichtsr\u00e4tin in verschiedenen Unternehmen, Kuratoriumsvorsitzende der Salzburger Festspiele und Universit\u00e4tsr\u00e4tin an der Kunstuniversit\u00e4t Graz. Sie lebt in Wien<\/p>\n<p><strong>20.02. 2025 Dunja Larise: Helene Bauer: Intellektuelle, \u00d6konomin, Austromarxistin. Schriften zur politischen \u00d6konomie 1919-<em>1936 <\/em><\/strong><em>(Mandelbaum, Wien 2024)<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Man schreibt das Jahr 1914. Ein ungew\u00f6hnlicher Zeitpunkt f\u00fcr eine polnische J\u00fcdin, ihren Ehemann zu verlassen und nach Wien zur\u00fcckzukehren. Helene Gumplowitz-Landau riskiert es aus Leidenschaft f\u00fcr den Sozialismus und aus Liebe zu dem zehn Jahre j\u00fcngeren Otto Bauer, dem f\u00fchrenden \u00f6sterreichischen \u00bbAustromarxisten\u00ab. Helene Bauer macht sich als Marxistin in Wiener intellektuellen Kreisen der Ersten Republik einen Namen. Sie polemisiert als eine der ersten \u00d6konominnen gegen die V\u00e4ter des Neoliberalismus, Ludwig Mises und Friedrich Hayek, ermahnt Otto Neurath \u00fcber die M\u00e4ngel einer geldlosen Wirtschaft, trit gegen den damals einflussreichsten Philosophen \u00d6sterreichs Ottmar Spann auf und warnt als eine der ersten vor den Gefahren der gro\u00dfen Depression der 1930er Jahre als Grundlage f\u00fcr den Aufstieg des Faschismus. Sie stirbt im amerikanischen Exil und wird als J\u00fcdin und Sozialistin in der Zweiten Republik weitgehend vergessen. 100 Jahre sp\u00e4ter sind ihre Analysen der Krisen aus ihrer Zeit erstaunlich aktuell und bieten L\u00f6sungsans\u00e4tze f\u00fcr unsere Krisen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dunja Larise<\/strong> ist Philosophin und Politikwissenschafterin. Sie promovierte in Wien und hatte Forschungsstellen an verschiedenen Universit\u00e4ten, wie der Europ\u00e4ischen Universit\u00e4t in Florenz, Sciences Po in Paris, Yale University und Zentraleurop\u00e4ischen Universit\u00e4t in Budapest. Sie leitet das Austromarxismus Projekt der Transform Europe.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>20.0<\/strong><strong>3. 2025 Elfriede Fritz, \u201e<\/strong><strong>Hertha FIRNBERG (1909-1994) <\/strong><strong>Grande Dame der Sozialdemokratie\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Als im Fru\u0308hling 1970 die SPO\u0308 zum ersten Mal eine zuna\u0308chst relative Mehrheit erhielt, nahm Kanzler Kreisky die Frauenvorsitzende der Partei, Dr. Hertha Firnberg, als erste Ministerin der SPO\u0308 und erste Ministerin fu\u0308r Wissenschaft und Forschung, zusta\u0308ndig auch fu\u0308r die Kunst, in sein Kabinett auf. Kanzler Kreisky blieb sie in seiner langen Amtszeit (1970-19983) als Ministerin erhalten, obwohl sie immer Wert darauf, Bundesminister zu sein.<\/p>\n<p>1963 von ihrer politischen Heimat, dem Bezirk Favoriten, in den Nationalrat entsendet, wurde sie 1966 auch Vorsitzende des SPO\u0308-Bundesfrauenkomitees und der Sozialistischen Frauen. Als Statistikerin hatte sie sich einen Namen gemacht. Sie wollte nicht auf Frauenfragen reduziert werden, wiewohl sie vehement fu\u0308r die gleichberechtigte Integration von Frauen in die Gesellschaft und ihre volle Gleichstellung auf allen Ebenen eintrat, besonders fu\u0308r die unter Christian Broda gelungene Reform des Abtreibungsparagraphen 144 und die Abschaffung der Vorrangstellung des Ehemannes im Allgemein B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch. Mit dem UOG 1975 konnte gegen heftigen Widerstand der Professorenschaft die Drittelparit\u00e4t an den Universit\u00e4ten eingef\u00fchrt werden.&#8220;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Elfriede Fritz, Juristin<\/em><\/strong><em>, war im Bundesministerium f\u00fcr Finanzen langj\u00e4hrige Vorsitzende der Arbeitsgruppe f\u00fcr Gleichbehandlungsfragen, Gender Mainstreaming, Beauftragte und Abteilungsleiterin im Zollbereich. Sie war Mitglied der Bundes-Gleichbehandlungskommission und der &#8211; bei der Frauenministerin eingerichteten &#8211; Interministeriellen Arbeitsgruppen f\u00fcr Gleichbehandlungsfragen und f\u00fcr Gender Mainstreaming\/ Budgeting. 1995 war sie Delegierte bei der UN-Weltfrauenkonferenz in Peking. An der Johannes\u00a0Kepler Universit\u00e4t Linz war sie Lehrbeauftragte zu \u201eLegal Gender im Steuerrecht\u201c. <\/em><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>24.0<\/strong><strong>4. 2025 Gerda Neyer, Rosa Zechner &#8211; Frauensolidarit\u00e4t: Global, Female, Future: Wie feministische K\u00e4mpfe Arbeit, \u00d6kologie und Politik ver\u00e4ndern. Verlag Kremayr&amp;Scheriau, 2022<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wir schreiben das turbulente Jahr 1982: Der Krieg um die Falklandinseln tobt, der deutsche sozialdemokratische Regierungschef Helmut Schmidt st\u00fcrzt \u00fcber ein Misstrauensvotum. 500.000 Menschen protestieren in Bonn gegen die Aufstellung neuer Atomsprengk\u00f6pfe, in Wien fordern 70.000 die atomare Abr\u00fcstung. Frauen organisieren Sitzblockaden, sie fordern Abr\u00fcstung \u201eim Privaten\u201c und im \u201e\u00d6ffentlichen\u201c \u2013 und das Recht auf Selbstbestimmung, auch f\u00fcr die Frauen der s\u00fcdlichen Erdhalbkugel. Mitten in dieser Umbruchstimmung treffen in Wien einige Aktivistinnen zusammen und wenden sich lautstark gegen die Frauenfeindlichkeit in der Entwicklungshilfe \u2013 die Geburtsstunde der Frauensolidarit\u00e4t.<\/p>\n<p>40 Jahre sp\u00e4ter blicken die Mitbegr\u00fcnderinnen Andrea Ernst und Gerda Neyer zusammen mit den Mitstreiterinnen Ulrike Lunacek, Rosa Zechner und Andrea Zelinka zur\u00fcck auf vier Jahrzehnte feministischer Arbeit, aber auch nach vorne. Wie analysieren junge Aktivistinnen die Themen von damals? Was bedeutet transnationale Arbeit f\u00fcr Migrantinnen heute? Welche Strategien haben K\u00e4mpferinnen gegen Umweltzerst\u00f6rung und Klimawandel entwickelt? Und wie umgehen mit der immer wieder alle Lebensbereiche durchsetzenden sexistischen Gewalt? Entstanden ist ein vielstimmiges Buch mit und \u00fcber Frauen des globalen S\u00fcdens.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>22.5. 2025 <\/strong><strong>Eva Novotny: Narzisstische Wut \u2013 Hass &#8211; Gewalt. Leben im Spannungsfeld von Grandiosit\u00e4t und Selbstverachtung<\/strong><\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<p>Zur Person Eva Novotny:<br \/>\nStudium der <strong>Erziehungswissenschaften, Psychologie, Philosophie<\/strong>\u00a0sowie\u00a0<strong>Sonder- und Heilp\u00e4dagogik<\/strong><strong>;\u00a0<\/strong>Promotion 1981 an der Universit\u00e4t Wien.<br \/>\nSeit 1986\u00a0<strong>freiberufliche T\u00e4tigkeit\u00a0<\/strong>als<strong>\u00a0Wissenschaftlerin, Psychotherapeutin, Organisationsberaterin, Trainerin, Coach, Supervisorin.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Ort: ega \u2013 Frauen im Zentrum, Windm\u00fchlgasse 26, 1060 Wien Wann: jeweils am Donnerstag um 18 Uhr 23.01. 2025 Goldmann, Wilhelmine: &#8222;Rote Banditen&#8220; Geschichte einer sozialdemokratischen Familie Promedia 2023 Wilhelmine Goldmann geh\u00f6rt zu den VertreterInnen jener Generation, die erst<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-420","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/frauenstudienzirkel.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/420"}],"collection":[{"href":"https:\/\/frauenstudienzirkel.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/frauenstudienzirkel.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frauenstudienzirkel.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frauenstudienzirkel.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=420"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/frauenstudienzirkel.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/420\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":441,"href":"https:\/\/frauenstudienzirkel.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/420\/revisions\/441"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/frauenstudienzirkel.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=420"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/frauenstudienzirkel.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=420"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/frauenstudienzirkel.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=420"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}